Einige Informationen zu meinem Buch

Ingrid KreutzbergerMeine Mutter Ingrid malte diese wunderschönen Bilder um das Jahr 1959, vielleicht noch früher. Ich kann das leider nicht genauer sagen. Inspiriert wurde sie durch das Lied "Angelitos negros" oder "Schwarze Engel".

"Angelitos Negros", der Songtext entspricht einigen Versen aus dem Gedicht "Pintame angelitos negros" (Male mir schwarze Engel) des venezolanischen Dichters und Politikers Andrés Eloy BlancoMeaño(1897-1955) oder kurz Andrés Eloy Blanco.

Geschrieben wurde das Gedicht bereits in der ersten Hälfte der 1940er Jahre und stellt die Frage, weshalb sich in den Kirchen keine schwarzen Engel finden, warum die Maler, darunter auch dunkelhäutige, nur weiße Engel malen.

Ingrid war schon immer fasziniert von der afrikanischen Welt und war eine Künstlerin und in meinen Augen auch eine Philosphin. Sie malte nicht nur, sondern fertigte auch individuelle Puppen und Stofftiere an. In den 70er Jahren arbeitete sie mit “contergan-geschädigten“ Kindern, später als Beschäftigungstherapeutin in Bethel. Sie war auch sehr musikalisch, sie sang und spielte Akkordeon.   

Unter traurigen Umständen starb meine Mutter im Alter von 67 Jahren. Kurz vor ihrem Tod, zur Geburt meines Sohnes am 3.6.2000 überreichte sie mir diese Geschichte, die sie scheinbar in weiser Voraussicht für ihn gemalt hatte. Mein Sohn hat einen afrikanischen Vater: Er stammt aus Gambia.

Diese Geschichte hat mich mein Leben lang begleitet. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, diese der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Ich hoffe, dass diese Geschichte die Menschen so sehr berührt, wie mich und vielleicht auch manche in Bewegung setzt.

 

Hintergrundinformationen zur Entstehung der Illustrationen

Der Songtext “Angelitos Negros“ entspricht einigen Versen aus dem Gedicht “Pintame angelitos negros” (Male mir schwarze Engel) des venezolanischen Dichters und Politikers Andrés Eloy Blanco Meaño (1897-1955) oder kurz Andrés Eloy Blanco.

1946 schrieb der mexikanische Schauspieler, Sänger und Komponist Manuel Alvarez Maciste eine Musik dazu. Erstmals auf Platte aufgenommen hat ihn der schwarze Kubaner Antonio Machin 1947 in Spanien und 1948 gab der Song einem mexikanischen Film seinen Namen: Angelitos Negros.

Dieser Film von Joselito Rodríguez, der als einer der ersten überhaupt über Rassenbeziehungen sprach, machte den Song zu einem riesigen Hit in der ganzen spanischsprachigen Welt. Pedro Infante, praktisch ein mexikanischer Frank Sinatra, sang den Song für den Film. Er singt ihn liebevoll seiner Tochter vor, die etwas dunkler geraten ist als seine Eltern, weil ihre Mutter ihre schwarze Herkunft verheimlicht hat.

 

Das Gedicht "Pintame angelitos negros" von Andrés Eloy Blanco

Angelitos Negros

Pintor nacido en mi tierra,
con el pincel extranjero,
pintor que sigues el rumbo,
de tantos pintores viejos.

Aunque la virgen sea blanca,
píntale angelitos negros,
que también se van al cielo,
todos los negritos buenos.

Pintor si pintas con amor,
¿por qué desprecias su color?,
si sabes que en el cielo,
también los quiere Dios.

Pintor de santos alcoba,
si tienes alma en el cuerpo,
por qué al pintar en tus cuadros,
te olvidaste de los negros.

Siempre que pintas iglesias,
pintas angelitos bellos,
pero nunca te acordaste,
de pintar un ángel negro.

Text des Liedes "Angelitos negros" in deutscher Übersetzung

Maler, geboren in meinem Land
mit dem ausländischen Pinsel,
Maler, der du der Tradition
so vieler alter Maler folgst

Obwohl die Jungfrau weiß sein mag,
mal für mich schwarze Engelchen,
denn die kommen auch in den Himmel
all die guten schwarzen Engelchen.

Maler, wenn du mit Liebe malst,
warum schätzt du deine Hautfarbe gering,
wenn du doch weißt,
dass sie Gott auch im Himmel haben will.

Maler von Schlafzimmerheiligen,
wenn du eine Seele im Leib hast,
warum hast du beim Malen deiner Bilder
die Schwarzen vergessen.

Immer, wenn du Kirchen malst,
malst du hübsche Engelchen,
aber niemals hast du daran gedacht,
einen schwarzen Engel zu malen.

Immer, wenn du Kirchen malst,
malst du hübsche Engelchen,
aber niemals hast du daran gedacht,
einen schwarzen Engel zu malen.